Weltgebetstag-1

Die Fußwaschung und die große Liebe Jesu


Frauen des Spinnstubenkreises gestalteten den Weltgebetstagsgottesdienst nach einem Konzept von den Bahamas unter dem Motto „Begreift ihr meine Liebe?“. 

Am ersten Freitag im März feiern Menschen rund um den Globus den Weltgebetstag. Das Konzept für die Gestaltung dieses Gottesdienstes wird jedes Jahr von Frauen der verschiedenen christlichen Kirchen aus einem bestimmten Land vorbereitet. Für 2015 haben Frauen von den Bahamas die Geschichte über die Fußwaschung Jesu zum Mittelpunkt ihrer Lesung gewählt. Auch in Treis wird dieser besondere Gottesdienst bereits seit einigen Jahren von den Frauen des Spinnstubenkreises umgesetzt.

Am 6. März um 19 Uhr hatte das Team um Iris Devynck-Jungk im Gemeindesaal die Vorbereitungen abgeschlossen. Zweimal hatten sie sich zur Vorbesprechung und zum Proben getroffen und für den Gottesdienst Tücher, Blumen, Hüte, Obst und Muscheln als Symbole für diesen sonnenverwöhnten Inselstaat auf dem Boden arrangiert. Iris Devynck-Jungk ging jedoch auch auf die Schattenseiten ein: Das Land ist extrem abhängig vom Ausland, häusliche und sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder, AIDS und Teenagerschwangerschaften sind erschreckend verbreitet. Frauen aus dem Spinnstubenkreis berichteten vom Schicksal einzelner Frauen, die Vergewaltigung in der Ehe ertragen müssen oder deren Kinder keine Rechte haben, weil nicht nachweisbar ist, dass der Vater die Staatsbürgerschaft der Bahamas hat. Betont wurde die Hoffnung dieser Frauen, die darüber staunen, wie tief und radikal die Liebe Jesu zu den Menschen ist. Dies zeigt sich in der Fußwaschung, die Symbol für die große Liebe Jesu zu den Menschen sowie seine Bereitschaft zu helfen und zu dienen ist. Nachdem Jesus den Jüngern die Füße gewaschen hatte, fragte er sie: „Begreift ihr, was ich getan habe?“

Und so stellten auch die Treiser Frauen die Frage: „Begreifen wir diese Liebe?“ In einem Prozessionszug um die stilisierte Insel auf dem Boden des Gemeindesaals benannten sie nun die heutigen Probleme wie Armut und Krankheiten, stellten aber auch heraus, was in Treis getan werden kann, um anderen zu helfen. Musikalisch wurde der Gottesdienst begleitet von Daniela Werner am Klavier, die noch Trommeln und Rasseln mitgebracht hatte. Die Gäste hatten viel Freude dabei, die schwungvollen, fröhlichen Lieder mit diesen Instrumenten zu bereichern.