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Baugeschichte der Kirche
Renovierungen und bauliche Änderungen

Der zuerst fertig gestellte Teil der Kirche, die aus Bruchsteinen aus Quarziten und Basalten besteht, war mit großer Wahrscheinlichkeit ein quadratischer Chorraum. Mehrere bauliche Hinweise sprechen dafür, dass der Turm erst in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts angebaut wurde. Im Kirchenschiff sind noch zwei romanische Fenster erhalten, später wurden im gotischen Stil im Chor weitere Fenster eingebaut und ein Fenster in der Südmauer des Schiffes vergrößert. Etwa 1781 wurden wieder größere Renovierungsarbeiten vorgenommen. Einige Fenster wurden vergrößert und Ornamente aus gotischer Zeit entfernt. Neben dem heutigen Hauptportal im Westen gab es auch an der Südseite zuvor eine Tür, welche im Zuge dieser Arbeiten mit dem Grabstein des Treiser Pfarrers Henrich Friedrich Stuhlmann zum Teil zugemauert wurde. Darüber hinaus wurde die Sonderbestuhlung, gedacht für die Familie Schutzbar gen. Milchling, den Pfarrer, Schultheiß, Lehrer und andere Personen, die Ämter des öffentlichen Lebens der Kirchen- und Dorfgemeinde ausfüllten, abgeschafft. Die Längsemporen wurden dafür verdoppelt, um mehr Plätze für Gottesdienstbesucher zu schaffen. Das heutige Dach der Kirche sowie des Turms stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert, als man ein neues Dach mit einer steileren Neigung baute. 

Die Glocken

Drei Glocken befinden sich in einem Raum mit Schallöffnungen zu allen vier Seiten des Turms. Sie wurden alle 1981 als Ersatz für die vorherigen älteren Glocken angeschafft, die  seit 1998 auf einem Mauersockel vor dem Haupteingang stehen. Die älteste der erhaltenen Glocken stammt aus dem 13. oder 14. Jahrhundert und war dem heiligen Appolonius geweiht, was ihren heutigen Namen "Appel" begründete. Seit 1920 steht sie unter Denkmalsschutz. Ihre Inschrift "Orex Glorie Veni Cum Pace" bedeutet übersetzt "Komm mit Frieden, o König der Ehren".

Die Epitaphe

Im Chor und Schiff der Kirche sind noch vier Epitaphe für verstorbene Mitglieder der Familie Schutzbar genannt Milchling erhalten geblieben. An der Nordseite finden sich die reich verzierten lebensgroßen Bildnisse von Caspar Schutzsper Gnand Milchling, Hauptman zu Giesen, der 1588 verstarb und seiner Gattin Agnes Milchling geb. von Waiblingen. Ebenfalls an der Nordseite, allerdings im Chorraum, ist das weniger ausgeschmückte einfarbige steinerne Epitaph von "Hartmann Schidzper Genat Milchling" aus seinem Todesjahr 1560 zu sehen. Gegenüber von ihm an der Südseite befindet sich das zweite Doppelepitaph für "Christoffel Eitel Schutzsper genannt Milchling" sowie seine Frau Eva Dorothea geb. von Schwalbach. Gestorben ist er 1622 im Alter von 50 Jahren, seine Gattin bereits 1621. Unter den lebensgroßen Figuren stehen auf der Seite der Frau sieben Töchter und auf der Seite des Ganerbs zu Treis ein Sohn sowie zwei Kleinkinder. Das letzte vorhandene Epitaph wurde aus Holz erarbeitet und befindet sich auf der Südseite des Schiffes. Im Gegensatz zu den anderen stehen nicht Figuren der drei 1628 verstorbenen Personen Balthasar Fridrich Melchior Schutzsper gent Milchling, seiner Ehefrau Cordula S. geb. von Lenderßheim und seines zweijährigen Sohns Philip Georg im Vordergrund, sondern ein Gemälde des gekreuzigten Christus. Eingearbeitet in das Bild ist am Fuße des Kreuzes die Familie abgebildet. Jeder Epitaph ist mit Inschriften zu den Personen und Bibelversen versehen. An den Seiten wurden sie mit Ornamenten und den Wappen der Familien verziert. Auch bei beiden Doppelepitaphen wurde der Bereich über den Figuren mit biblischen Bildnissen ausgeschmückt. Erwähnenswert ist zudem die Gestaltung der verstorbenen Personen. Männer sind stets in Rüstung und mit Waffen dargestellt, um ihre Stärke und militärischen Fähigkeiten zu unterstreichen. In den weiblichen Figuren dagegen drücken sich durch Kleidung, Mimik und Gestik Tugenden wie Frömmigkeit, Demut und Bescheidenheit aus, die traditionell Frauen zugeschrieben wurden.

Die Orgel

In der Kirche befand sich außerdem schon vor 1781 eine Orgel auf einer Empore im Chor. Nach einer Vergrößerung 1830 wurde das fünfteilige Instrument 1928/29 schließlich durch eine neue ersetzt und 1960/61 auf die hintere Empore im Kirchenschiff verlegt, welche über dem Haupteingang an der Westseite liegt. Neben dem Altar befindet sich im Chorraum eine Sakramentsnische. Die hölzerne, achteckige Kanzel stammt aus dem Jahr 1781. Darüber hängt seit 1988 ein hölzernes Kruzifix. Die Längsemporen sind bei der Renovierung 1960 entfernt worden. Zur 750-Jahr-Feier wurde im Jahr 2000 der Außenbereich der Kirche dahin gehend umgestaltet, dass die Zufahrtswege verbreitert, der Haupteingang überdacht und Bänke um das Glockenpodest herum aufgestellt wurden.