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Gedanken aus dem Pfarrhaus im April 2015


Liebe Leserinnen und Leser,

als ich diese Zeilen schrieb, ist in den Nachrichten gerade von der Oscarverleihung in Hollywood berichtet worden. Weit über 100 Millionen Zuschauer wollten allein in den USA sehen, wie die Stars über den roten Teppich schweben. Eddie Redmayne oder Julianne Moore – die diesjährigen Gewinner. Aber im Publikum natürlich auch Superstars wie Nicole Kidman oder John Travolta.

Welchen Filmstar würden Sie gern einmal persönlich treffen? Ich fände es schon spannend, den einen oder die andere mal live zu erleben. Wie sind die so – Diva oder netter Nachbar von nebenan? Warum faszinieren uns die Bilder auf der Leinwand immer wieder?

Traumfabrik Hollywood

Ich glaube, sie berühren auf ganz eigene Weise unsere Sehnsucht und Hoffnung, aber auch unseren Schmerz. Und so kommen sie uns nah in dem, was uns Menschen im Innersten ausmacht – auch unserem Glauben. Wir verknüpfen unsere eigenen Geschichten mit ihnen und finden uns manchmal selbst mitten in der Handlung wieder. Toll(kirche), wenn das gelingt: Wenn aus Zuschauern Mitwirkende werden. Das ist oscarwürdig und ein sehr evangelischer Gedanke, gleich im doppelten Sinn: Die gute Nachricht von Jesus Christus macht aus Zuschauern Mitwirkende in einer lebendigen Gemeinschaft: Menschen, die befreit sind, ihre Gaben zu entfalten und mit ihrer eigenen Persönlichkeit zur Geschichte Gottes mit dieser Welt beizutragen.

Davon lebt auch unsere evangelische Kirche: Sie baut auf Menschen, die Kirche gestalten, ihre Ideen und Begabungen einbringen und Verantwortung übernehmen. Nicht auf Zuschauer, nicht auf Statisten, sondern auf Akteure und Regisseure.

Meine Wahl!

Am 26. April werden die Kirchenvorstände in unserer Landeskirche neu gewählt. Fast 1,5 Millionen Wahlberechtigte in 1200 Gemeinden sind gefragt, mit ihrer Stimme die Männer und Frauen zu unterstützen, die Kirche mitgestalten wollen. Ich lade Sie ein, die Kirchenwahl zu Ihrer Wahl zu machen und mitzubestimmen, wer in Ihrer Gemeinde Leitungsverantwortung in den nächsten sechs Jahren übernimmt. Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher entscheiden über Gebäude und Finanzen ihrer Gemeinde, über Personalplanung, Gottesdienstkonzepte, Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden und Partnern in Kommunen, Kultur, Schulen und Vereinen. Damit leisten sie einen ganz konkreten Beitrag zum Leben in ihrem Dorf. Sie sind Mitwirkende, keine Zuschauer. Und auch wenn manches in der Treiser Kirchengemeinde bühnen- oder fast filmreif ist, einen Oscar gibt es dafür in der Regel nicht. Den braucht es aber auch gar nicht.

Seien Sie Mitwirkende!

Etwas zu bewirken in Gemeinschaft mit anderen – das ist vielen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern wichtig und wert, ihre Zeit und Kraft einzusetzen. Dafür ist schon heute all denen zu danken, die dieses Amt in den letzten sechs Jahren ausgefüllt haben und den „Neuen“ für ihre Bereitschaft zur Kandidatur. Alle Wahlberechtigten bitte ich: Begleiten Sie die Kirchenvorstandswahl am 26. April als Mitwirkende. Machen Sie Ihre Gemeinde stark, indem Sie Ihre Kandidaten und Kandidatinnen mit Ihrer Stimme unterstützen.

Ihr Dekan Hans-Theo Daum