Orgel-5

Klangvoll zurück – die renovierte Orgel


Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren und die Finanzierung aus Spendengeldern, Zuschüssen und Eigenanteil der Gemeinde gesichert war, wurde mit der Orgelbaufirma Förster & Nicolaus aus Lich ein Termin vereinbart, um die geplante Orgelrenovierung in Angriff zu nehmen.

Direkt nach den Konfirmationsgottesdiensten ging es am 4. Mai los – die Orgelempore wurde mit Hilfe von einigen Kirchenvorstehern und Daniela Werner komplett leergeräumt, damit sie zur Orgelwerkstatt werden konnte. Zwei Mitarbeiter der Orgelbaufirma waren fast täglich von morgens bis abends am Werk. Da das komplette Pfeifenwerk (insgesamt doch stolze 730 Orgelpfeifen) ausgebaut werden musste, brauchte man doch einiges an Platz, sodass einzelne Registergruppen auch unten in den hinteren Bankreihen lagen. All diese Pfeifen wurden gereinigt, ausgespinselt, gerichtet und neu abgedichtet. Der ganze Spieltisch wurde auseinandergenommen, gereinigt und generalüberholt. Die Registerkanzellen, durch die die Luft vom Motor zu den Pfeifen strömt, wurden neu abgedichtet.

Einzelne Teile wie die 275 Koppelmembranen und die Umschaltbälgchen am Spieltisch waren noch aus dem Jahre 1929 – diese wurden komplett durch neue Materialien ersetzt.

Natürlich wurden auch das gesamte Innere und die Gehäuseteile gereinigt sowie neue Schlösser an die Türen und ein zeitgemäßer Einschalter angebracht. Der Treiser Elektriker Udo Hettche übernahm die Elektroarbeiten. Bevor man alles wieder zusammensetzte und neu intonierte (d.h. die Pfeifen stimmte), wurde noch eine Besonderheit wieder instandgesetzt.

Die Orgel, die 1929 neu gebaut worden war (nur das Gehäuse stammt von der ursprünglichen Orgel aus dem Jahre 1780), hatte einst eine Registerwalze besessen. Diese ermöglicht dem Spieler das Hinzu- oder Abschalten der Register, sodass man während des Spielens lauter und leiser werden kann. Diese Walze hatte man 1929 aus der Orgel herausgenommen, sie aber dort einfach liegenlassen. Förster & Nicolaus hat im Zuge der Renovierung auch die Walze überholt und wieder eingesetzt, sodass die Treiser Kirchenorgel nun eine für die Region eher seltene Besonderheit in sich trägt.

Ab dem 3. Juli war die Orgel wieder spielbereit und erstrahlt jetzt einige Nuancen heller, die Klaviaturen sind deutlich besser zu spielen, es gibt weniger Nebengeräusche. In einem „Dankeschön-Konzert“ am 13. September konnten sich einige Interessierte Zuhörer davon überzeugen, dass sich Zeitaufwand und Finanzierung dieses Projekts gelohnt haben!

 Daniela Werner, Dekanatskantorin