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Pfarrers Spinnstube im April 2015


Der Titel ist geblieben. Warum auch nicht? Spinnstube bleibt nun einmal Spinnstube, ganz egal, wer gerade drinnen sitzt. Und außerdem muss es nicht immer der Pfarrer sein, der sich Gedanken über Gott und die Welt macht. Wir sind schließlich genau so gefordert. Gott geht uns nun mal alle an. Oder?

„Gott sei Dank, das ist noch einmal gut gegangen.“ „Um Gottes willen, das kannst Du doch nicht machen.“ „Heute lassen wir Gott einen guten Mann sein und feiern.“ Das alles kennen wir doch. Oft genug bringen wir Gott mit solchen Sätzen in unseren Alltag, ohne allerdings dabei an Gott zu denken. Man sagt das eben so. Und für viele bleibt es auch dabei. Schade eigentlich, denn der Alltag wird sehr viel schöner, wenn wir Gott einbinden. Gott ist nämlich Alltag. Gott kommt eben nicht nur in einer Sonntagsrede im Gottesdienst vor.

Nun gut, werden jetzt vielleicht einige denken, Gott mag ja überall und immer da sein. Aber soll ich jetzt jeden Tag eine Stunde in der Bibel lesen, um ein guter Christ zu sein und später den Höllenqualen zu entgehen? Na ja, ich weiß nicht. Dass jemand der Hölle entgeht, weil er die Bibel auswendig gelernt hat, würde ich niemals behaupten wollen. Gott alleine entscheidet, wen er aufnimmt und wen nicht. Da können wir Menschen noch so viel spekulieren. Das hilft nicht. Wir können Gott keine Vorschriften machen.

Was ich dagegen weiß, ist, wie glücklich der Mensch sein kann, wenn Gott zu seinem Alltag gehört. Dieses großartige Gefühl, dass Gott bei jedem Atemzug, in jeder Situation, bei mir ist und zu mir steht, dieses Gefühl ist durch nichts zu übertreffen. Ob ich mit lieben Menschen zu tun habe oder mit Idioten, ob die Sonne lacht oder ich mir den Hintern abfriere – alles hat eine Bedeutung. Und das nicht, weil ich das erlebe, sehe, fühle und mich dabei wichtig fühle. Nein, es ergibt einen Sinn, weil Gott mit im Spiel ist.

Vielleicht werden Sie diesen Text lesen und meinen, nun gut, da hat jemand im Gemeindebrief einen christlich angehauchten Beitrag geschrieben. Das gehört sich ja auch so. Aber das war nicht meine Absicht. Die Absicht dieser Zeilen ist, Ihnen einen Weg zu zeigen, der garantiert zu einem besseren und angenehmeren Leben führt. Für Sie persönlich. Nicht für mich. Es geht um Ihr Leben.

Und damit ist nicht gemeint, dass Sie nun am Sonntag alle in die Kirche rennen (was aber auch ganz schön wäre), sondern dass Sie sich Gott zuwenden. Jetzt, in diesem Moment. Reden Sie mit ihm, sprechen Sie ihn an. Einfach so. Ich bin sicher, Sie werden irgendwann auch eine Antwort erhalten, auf die Sie sich schon jetzt freuen sollten.

Dieter Lemmer

Bilder: Bernd Kasper / pixelio.de