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Pfarrers Spinnstube im Dezember 2015


„Junge Senioren“ sind eine ganz neue Gruppe in unserer Gesellschaft, die in Zukunft immer stärker werden wird. Viele Menschen sind heute zwischen 60 und 75 so fit, wie dies früher undenkbar war. Sie sind „junge Senioren“, vielleicht fällt uns irgendwann noch ein besserer Begriff ein. Endlich frei zu sein von allem Müssen, ist für sie sehr wichtig, wenn auch leider durch familiäre Verpflichtungen oft mehr Wunsch als Realität. Dennoch: Neben dem Bedürfnis frei von Verpflichtungen zu sein, haben junge Senioren viel zu geben. Wie kann es uns gelingen als Kirchengemeinde dieser „Gruppe“, eine Plattform zu bieten, ohne sie zu sehr festzulegen?

Wie wäre es bei den gefühlsmäßig immer jünger werdenden Goldenen Konfirmanden dieses Thema anzusprechen und vielleicht als „junge Senioren“ ein Jahr lang ein bestimmtes Projekt zu betreiben, im nächsten Jahr wären dann die neuen Goldenen Konfirmanden dran. Ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen!

Einsame Jugendliche gibt es viel mehr als man vermutet. Wie könnte es uns als Kirchengemeinde gelingen, einen attraktiven Rahmen zu schaffen, damit sich Jugendliche und junge Erwachsene, die sich kaum vor die Tür trauen, miteinander in Kontakt treten können? In Internetforen gelingt dies sicher am leichtesten, aber wie könnten wir etwa im Gemeindehaus einen regelmäßigen Treff zum gemeinsamen Cocktail kreieren und genießen ins Leben rufen? Schreibt uns auch anonym auf unserer Facebook-Seite oder per Email eure Ideen.

Für viele Ältere wie Jüngere ist das Wochenende ein Problem, wo die Einsamkeit und Langeweile am Schlimmsten ist. Natürlich lade ich an dieser Stelle sehr gern in unsere schönen und wohltuenden Gottesdienste ein. Aber wie wäre es, wenn wir generell sonntagnachmittags unser Gemeindehaus im unteren Saal für ältere Menschen zu einem lockeren Kaffeetreff öffnen würden, während oben im Saal Jugendliche DVDs schauen könnten? Wie könnten wir dies anstoßen? Wer hat daran Interesse?

Noch eine Idee: Es gibt nicht wenige kinderlose Ehepaare. Wie wäre es mit einer „Patenschaft“ für eines unserer Flüchtlingskinder? Die oft alleinerziehenden jungen Mütter, würden sich sehr über eine Begleitung und Unterstützung freuen. Bitte sprechen Sie mich an, ich würde Sie gerne mit einem Flüchtlingskind in Kontakt bringen.

Wir Menschen sind nicht entweder jung oder alt, wir können beides zugleich sein, durch unsere Erinnerungen und unsere Vorstellungskraft. Die Gelassenheit des Alters tut Jugendlichen genauso gut wie es Älteren gut tut, mit der Jugend bis zur letzten Reise immer wieder aufzubrechen.

Bilder: Bernd Kasper / pixelio.de