Evangelische Kirchengemeinde Treis / Lumda

Tollkirche

Die „Tollkirche“ ist der Gemeindebrief unserer Kirchengemeinde und erscheint halbjährlich seit Oktober 2013. Im November 2015 wurde die „Tollkirche“ mit dem Gemeindebriefpreis der EKHN als bester Gemeindebrief der Landeskirche ausgezeichnet. In der „Tollkirche“ wird weniger Wert auf Aktualität als auf Qualität der Berichte gelegt. Sie sieht sich selbst eher als Gemeindemagazin, das das Gemeindeleben dokumentiert und in der Kategorie „Blick über den Tellerrand“ auch Informationen aus Dekanat und Landeskirche bereitstellt. Weitere Inhalte sind Gruppen der Gemeinde, die sich vorstellen dürfen, Rückblicke über vergangene Veranstaltungen, Termine und Kasualien. Pfarrer Lenz ist jeweils mit einem Vorwort unter dem Titel „Gedanken aus dem Pfarrhaus“ vertreten und schreibt außerdem immer den letzten Artikel: Unter der Überschrift „Pfarrers Spinnstube“ präsentiert er zum Abschluss jeder Ausgabe kreative, innovative und ungewöhnliche Ideen für die zukünftige Gestaltung des Gemeindelebens. Jede „Tollkirche“ steht unter einem Hauptthema, zu dem die meisten Artikel, Interviews und Erfahrungsberichte einen Bezug aufweisen. Eine Auswahl von Tollkirchen-Artikeln zu ganz unterschiedlichen Themen finden Sie unter diesem Menüpunkt.

Pfarrers Spinnstube im Dezember 2015

„Junge Senioren“ sind eine ganz neue Gruppe in unserer Gesellschaft, die in Zukunft immer stärker werden wird. Viele Menschen sind heute zwischen 60 und 75 so fit, wie dies früher undenkbar war. Sie sind „junge Senioren“, vielleicht fällt uns irgendwann noch ein besserer Begriff ein. Endlich frei zu sein von allem Müssen, ist für sie sehr wichtig, wenn auch leider durch familiäre Verpflichtungen oft mehr Wunsch als Realität. Dennoch: Neben dem Bedürfnis frei von Verpflichtungen zu sein, haben junge Senioren viel zu geben. Wie kann es uns gelingen als Kirchengemeinde dieser „Gruppe“, eine Plattform zu bieten, ohne sie zu sehr festzulegen? Wie wäre es bei den gefühlsmäßig immer jünger werdenden Goldenen Konfirmanden dieses Thema anzusprechen und vielleicht als „junge Senioren“ ein Jahr lang ein bestimmtes Projekt zu betreiben, im nächsten Jahr wären dann die neuen Goldenen Konfirmanden dran. Ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen! Einsame Jugendliche gibt es viel mehr als man vermutet. Wie könnte es uns als Kirchengemeinde gelingen, einen attraktiven Rahmen zu schaffen, damit sich Jugendliche und junge Erwachsene, die sich kaum vor die Tür trauen, miteinander in Kontakt treten können? In Internetforen gelingt dies sicher am leichtesten, aber wie könnten wir etwa im Gemeindehaus einen regelmäßigen Treff zum gemeinsamen Cocktail kreieren und genießen ins Leben rufen? Schreibt uns auch anonym auf unserer Facebook-Seite oder per Email eure Ideen. Für viele Ältere wie Jüngere ist das Wochenende ein Problem, wo die Einsamkeit und Langeweile am Schlimmsten ist. Natürlich lade ich an dieser Stelle sehr gern in unsere schönen und wohltuenden Gottesdienste ein. Aber wie wäre es, wenn wir generell sonntagnachmittags unser Gemeindehaus im unteren Saal für ältere Menschen zu einem lockeren Kaffeetreff öffnen würden, während oben im Saal Jugendliche DVDs schauen könnten? Wie könnten wir dies anstoßen? Wer hat daran Interesse? Noch eine Idee: Es gibt nicht wenige kinderlose Ehepaare. Wie wäre es mit einer „Patenschaft“ für eines unserer Flüchtlingskinder? Die oft alleinerziehenden jungen Mütter, würden sich sehr über eine Begleitung und Unterstützung freuen. Bitte sprechen Sie mich an, ich würde Sie gerne mit einem Flüchtlingskind in Kontakt bringen. Wir Menschen sind nicht entweder jung oder alt, wir können beides zugleich sein, durch unsere Erinnerungen und unsere Vorstellungskraft. Die Gelassenheit des Alters tut Jugendlichen genauso gut wie es Älteren gut tut, mit der Jugend bis zur letzten Reise immer wieder aufzubrechen.

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Klangvoll zurück – die renovierte Orgel

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren und die Finanzierung aus Spendengeldern, Zuschüssen und Eigenanteil der Gemeinde gesichert war, wurde mit der Orgelbaufirma Förster & Nicolaus aus Lich ein Termin vereinbart, um die geplante Orgelrenovierung in Angriff zu nehmen. Direkt nach den Konfirmationsgottesdiensten ging es am 4. Mai los – die Orgelempore wurde mit Hilfe von einigen Kirchenvorstehern und Daniela Werner komplett leergeräumt, damit sie zur Orgelwerkstatt werden konnte. Zwei Mitarbeiter der Orgelbaufirma waren fast täglich von morgens bis abends am Werk. Da das komplette Pfeifenwerk (insgesamt doch stolze 730 Orgelpfeifen) ausgebaut werden musste, brauchte man doch einiges an Platz, sodass einzelne Registergruppen auch unten in den hinteren Bankreihen lagen. All diese Pfeifen wurden gereinigt, ausgespinselt, gerichtet und neu abgedichtet. Der ganze Spieltisch wurde auseinandergenommen, gereinigt und generalüberholt. Die Registerkanzellen, durch die die Luft vom Motor zu den Pfeifen strömt, wurden neu abgedichtet. Einzelne Teile wie die 275 Koppelmembranen und die Umschaltbälgchen am Spieltisch waren noch aus dem Jahre 1929 – diese wurden komplett durch neue Materialien ersetzt. Natürlich wurden auch das gesamte Innere und die Gehäuseteile gereinigt sowie neue Schlösser an die Türen und ein zeitgemäßer Einschalter angebracht. Der Treiser Elektriker Udo Hettche übernahm die Elektroarbeiten. Bevor man alles wieder zusammensetzte und neu intonierte (d.h. die Pfeifen stimmte), wurde noch eine Besonderheit wieder instandgesetzt. Die Orgel, die 1929 neu gebaut worden war (nur das Gehäuse stammt von der ursprünglichen Orgel aus dem Jahre 1780), hatte einst eine Registerwalze besessen. Diese ermöglicht dem Spieler das Hinzu- oder Abschalten der Register, sodass man während des Spielens lauter und leiser werden kann. Diese Walze hatte man 1929 aus der Orgel herausgenommen, sie aber dort einfach liegenlassen. Förster & Nicolaus hat im Zuge der Renovierung auch die Walze überholt und wieder eingesetzt, sodass die Treiser Kirchenorgel nun eine für die Region eher seltene Besonderheit in sich trägt. Ab dem 3. Juli war die Orgel wieder spielbereit und erstrahlt jetzt einige Nuancen heller, die Klaviaturen sind deutlich besser zu spielen, es gibt weniger Nebengeräusche. In einem „Dankeschön-Konzert“ am 13. September konnten sich einige Interessierte Zuhörer davon überzeugen, dass sich Zeitaufwand und Finanzierung dieses Projekts gelohnt haben!  Daniela Werner, Dekanatskantorin

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Treiser Ideen: Vielfältig, berührend, kreativ

Die Ideenmesse der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau (EKHN) lockte am 10. Oktober Tausende Besucher in die Messehallen nach Gießen – mittendrin präsentierte die Treiser Gemeinde als „Kirche mitten im Dorf“ ihre modernen Gottesdienste und die Musicals des Jugendchors. Die EKHN veranstaltet rund alle drei Jahre eine solche Messe, bei der sich Institutionen und Aktionen der Landeskirche und der Dekanate, aber auch einzelne Gemeinden mit originellen Ideen, Gruppen oder Veranstaltungen vorstellen können, um Inspiration für andere Gemeinden zu sein. Dass dieses Jahr die Ideenmesse erstmals in Gießen stattfand, war für die Treiser Gemeinde der Anlass, sich daran erstmals zu beteiligen. Organisation und Gestaltung des Messestands übernahm das Redaktionsteam der Tollkirche. Ziel war es, das Konzept von Sternstunden und Meditativen Abendgottesdiensten zu präsentieren. Ein ansprechend gestaltetes Plakat und eine Diashow mit Bildern luden dazu ein, stehenzubleiben und sich näher zu informieren. Interessierte konnten sich Flyer zu den Gottesdienstkonzepten, Ausgaben der Tollkirche und Programmhefte des Musicals mitnehmen. Weitere Informationen erteilten Pfarrer Andreas Lenz, Dekanatskantorin Daniela Werner, Mitglieder des Kirchenvorstands und andere ehrenamtliche Helfer im persönlichen Gespräch mit den Besuchern. Die besonderen Treiser Gottesdienste stießen auf reges Interesse und es ließ sich wieder einmal feststellen: Der Bedarf an Ideen für Gottesdienste, welche für eine volle Kirche sorgen und auch Menschen ansprechen, die der Kirche nicht unbedingt nahestehen, ist enorm. Für die Einmaligkeit des Treiser Stands sorgten allerdings erst einige Sänger des Jugendchors, die nicht nur über ihre Musical-Projekte informierten, sondern in Kostümen des Musicals „Die Schöne und das Biest“ besonders viel Aufmerksamkeit erregten. Der Kerzenleuchter Lumiere, die Uhr Von Unruh, die Schöne Belle, der Staubwedel Babette, die Kommode Madame de la Grande Bouche sowie die Teekanne Madame Pottine liefen zeitweise verkleidet über die Messe und warben gut gelaunt für einen Besuch am Treiser Stand. Die Kirchengemeinde Treis und ihre Projekte dürften damit überregional deutlich bekannter geworden sein. Vielleicht wird der eine oder andere Besucher ja einen der nächsten Gottesdienste besuchen oder Karten für die nächste Musicalaufführung kaufen. Noch schöner wäre natürlich, wenn es künftig auch in anderen Gemeinden Gottesdienste geben wird, die sich an Treiser Ideen und Erfahrungen orientieren.

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Erntedank mitten im Dorf

Der Hof war bunt geschmückt: Heuballen, viele verschiedene Gemüsesorten zur Dekoration und ein Tisch mit Kerzen als Altar – erstmals fand der Erntedankgottesdienst openair im Hof von Familie Amend in der Hauptstraße statt. Die vielen Bierbänke waren voll belegt. Der Gottesdienst wurde vom Kirchenchor musikalisch begleitet, Kinder der Kinderkirche trugen Gebete vor. Pfarrer Lenz dankte Helga Amend, der ausscheidenden Leiterin der Frauenhilfe, für ihre Arbeit. Die Frauenhilfe übernehmen nun Iris Devynck-Jungk und Jutta Pächthold. In seiner Predigt ging Pfarrer Lenz auf die Flüchtlingskrise ein und warnte davor, Asylbewerbern mit erhobenem Zeigefinger zu begegnen. Bei der Erziehung von Kindern wisse man schon lange, dass diese Methode nicht funktioniere. Werte könnten nur durch Vorleben und im alltäglichen Miteinander vermittelt werden. Nach dem Gottesdienst wurden Bio-Würstchen von Jens Amend und Bio-Kartoffeln von Stefan Michel verkauft. Der Erlös von 580 Euro ging an „Brot für die Welt.“

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Jugendchor begeistert alle Generationen

Über ein Jahr lang probten die Jugendlichen unter Leitung von Daniela Werner für ein mitreißendes und berührendes Musical: „Die Schöne und das Biest“ nach der Disney-Verfilmung. Originelle Kostüme, hervorragende Stimmen, ein ansprechendes Bühnenbild und eine tolle schauspielerische Leistung sorgten für wahre Begeisterungsstürme im Publikum sowohl in Treis als auch in Annerod.  In einer kalten Winternacht klopft eine alte Frau an die Schlosstür und bittet um Einlass. Ihr Gastgeschenk ist eine wunderschöne Rose. Doch der Prinz, Herr des Schlosses, lehnt höhnisch ab und schickt die Frau herzlos weg. Daraufhin verwandelt sich die Frau in eine wunderschöne Zauberin und belegt das Schloss mit einem Fluch. Alles Bitten des Prinzen um Vergebung nützt nichts: Der Prinz wird in ein Biest verwandelt und die gesamte Dienerschaft in Hausrat. Nur wenn es dem verzauberten Prinzen möglich sein wird, zu lieben und selbst Liebe zu empfangen, solange die Rose blüht, kann der Fluch gebrochen werden. Im nahegelegenen Dorf werden Belle als Träumerin und ihr Vater als verrückter Erfinder verspottet. Der junge Schönling Gaston hat jedoch ein Auge auf die attraktive Belle geworfen und wirbt unverhohlen um ihre Hand. Währenddessen verirrt sich ihr Vater eines Tages in das Schloss und wird vom Biest, dem verschwunschenen Prinzen, in den Kerker gesperrt. Nachdem Belle sich selbst als Pfand für ihren Vater angeboten hat, knüpft sie bald Freundschaften mit dem Personal: der freundlichen Teekanne Madame Pottine, dem Kerzenleuchter Lumiere und sogar mit dem dem strengen Hausmeister von Unruh, einer Uhr. Schließlich kommt sie auch dem Biest näher, doch reicht die Zeit, um den Fluch zu brechen? Denn die Rose der Zauberin verliert immer mehr Blütenblätter… So die Geschichte des Musicals „Die Schöne und das Biest“, das der Jugendchor im Mai und Juni insgesamt sechsmal in Treis und Annerod aufführte. Im März 2014 erteilte die Disney Theatrical Licensing die Erlaubnis, die Rechte an diesem Musical zu erwerben. Und dann ging es los: Anderthalb Jahre intensive Probenarbeit bewirkten, dass nicht nur am Premierenabend in der Sport-und Kulturhalle das Publikum außer Rand und Band war. Niemand hielt es auf dem Stuhl, um dem Ensemble mit teilweise frenetischem Applaus für ein außergewöhnliches Musical-Erlebnis zu danken. Ein gewaltiger Gesamtaufwand mit professionellen Licht- und Tontechnikern, mit hervorragenden Musikern, mit selbstgebauten eindrucksvollen Kulissen, mit passend gesetztem Licht, zu Herzen gehenden Effekten und mit liebevoll geschneiderten Kostümen trug zum riesigen Erfolg des Musicals bei. Die jungen Darsteller aus Treis und Umgebung überzeugten mit ihrer ausdrucksstarken Performance, sowohl in den vielfältigen Spiel- und Massenszenen als auch in den selbst choreografierten Tänzen und brachten erstaunlich mitreißende und berührende Momente auf die Bühne. Insgesamt 45 Sängerinnen und Sänger waren an dem Großereignis beteiligt und haben unter anderem auch in zwei mehrtägigen Musical-Camps geprobt und geplant, nachgedacht und ausprobiert, Ideen verworfen und sich Mut gemacht. Professioneller Schauspielunterricht durch Schauspiellehrer Rolf Bernhard bewirkte, dass besonders die Darsteller der Hauptrollen schier über sich hinauswuchsen. Zum fünften Mal seit 2008 hat Dekanatskantorin Daniela Werner, „der musikalische Glückgriff unserer Kirchengemeinde“, mit dem Jugendchor ein Musical erarbeitet. Sie war auch dieses Mal verantwortlich für Chor, Band und Regie und alles was drumherum noch dazu gehört, um die sonst so schmucklose Sport-und Kulturhalle zum Beben zu bringen. Die Chorleiterin hat „ein Händchen“ für die jungen und junggebliebenen Sängerinnen und Sänger und konnte alle Darsteller zu gesanglichen und schauspielerischen Höchstleistungen motivieren. Die Besetzung der Hauptrollen war perfekt gelungen, die Akteure „lebten“ ihre Rollen, spielten ausdrucksstark und sehr präsent. Der spielende Chor im Hintergrund war stimmgewaltig, klangsicher und versetzte den Zuschauer in das Alltagsleben eines französischen Dorfes oder in das verwunschene Schloss – die begeisterten Zuschauer bedankten sich mit viel Zwischenapplaus. „Hinter der Bühne“ mussten Eltern der Akteure und zahlreiche Musicalfreunde aus Kirchenvorstand und –gemeinde mit anpacken, um das Großereignis und den riesigen Aufwand zu stemmen. Nicht nur beim Kulissenbau und –transport, auch beim Kulissen schieben während der Vorführung, beim Catering für die Akteure, beim Einrichten und Dekorieren der Halle, beim Fotografieren und Filmen, an der Abendkasse und beim Putzen und Aufräumen war die Hilfe der freiwilligen Helferinnen und Helfer unbezahlbar. Nicht zuletzt musste man sich auch um das leibliche Wohl der Musical-Besucher kümmern: So wurden im Vorfeld der Aufführungen Baguettes belegt, Getränketheken befüllt, ein Sektausschank vorbereitet und natürlich ein Verkaufsdienst eingeteilt. Insgesamt waren daher alle Musical-Aufführungen eine echte Teamleistung von Helfern aus der gesamten Gemeinde. Aller Aufwand und jeder Einsatz hat sich gelohnt, unsere Kirchengemeinde hat wieder einmal ein für Mitwirkende und Besucher unvergessliches Ereignis auf die Beine gestellt. Und bei manchen Beteiligten hat es vielleicht auch die Erkenntnis gebracht, dass es einen tieferen Sinn dieser Geschichte geben kann: Wie Pfarrer Andreas Lenz es ausdrückte: Das eigene Denken, Verhalten und Auffassungen zu ändern sei möglich, selbst wenn das schwer falle und lange dauere: „Es ist möglich durch bedingungslose Liebe.“ Das nächste Mal ist der Jugendchor übrigens mit verschiedenen Musicalsongs aus den vergangenen Jahren am 27.2.2016 in Kirchberg und am 28.2.2016 in der Treiser Kirche zu hören.

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Andreas Lenz feierte das 25jährige Ordinationsjubiläum

Anlässlich seines 25-jährigen Ordinationsjubiläums am 31. August 2015 wurde Pfarrer Lenz im Gottesdienst zur Einführung des neuen Kirchenvorstands am 13. September noch mit einem Ständchen und einem kleinen Präsent überrascht. Dekan Hans-Theo Daum hatte ihm bereits zuvor im Gottesdienst in Ruttershausen die Jubiläumsurkunde überreicht. Pfarrer Lenz absolvierte nach seinem Theologiestudium in Gießen und Marburg von 1990 bis 1992 sein Vikariat in Butzbach-Münster. 1993 wurde er Pfarrer der Gemeinde Rodheim-Fetzberg. Zum Jahresende 1997 wechselte er nach Treis und seit 2005 betreut er zudem die Gemeinde Ruttershausen.

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Neuer Kirchenvorstand eingeführt

Am 1. September 2015 endete die Legislaturperiode des aktuellen Kirchenvorstands und ein neuer Kirchenvorstand übernahm die Leitung der Gemeinde.  Im Gottesdienst am 13. September wurden die neuen Kirchenvorsteher/innen sowie Noah Bergmann-Francke als Jugenddelegierter feierlich in ihr Amt eingeführt. Mit einem herzlichen Dank für Ihr Engagement und die geleistete Arbeit verabschiedete Pfarrer Lenz die ausscheidenden Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher Renate Khin, Carsten Röhrscheid, Susanne Kriep, Ralf Roth, Marga Schäfer, Regine Schuster, Jannik Weimar und Christiane Will. Pfarrer Lenz bleibt auch künftig Vorsitzender des Kirchenvorstands, zu seinem Stellvertreter wurde Peter Moldenhauer gewählt. Das vorerst wichtigste Projekt des neuen Kirchenvorstands wird die Sanierung des Gemeindehauses sein.   Die neuen Kirchenvorsteher: Katja Bauer Herbert Becker Silvia Bernsmann Iris Devynck-Jungk Christin Herzberger Erwin Heyer Mischa Jung Peter Moldenhauer Jutta Pächthold Thilo Schneider Irene Weber Debra Wisker Noah Bergmann-Francke (Jugenddelegierter)

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Tollkirche bester Gemeindebrief der EKHN

Ein Exklusivbericht aus der Redaktion über die Preisverleihung des Förderpreises Gemeindebrief am 12. November 2015, den die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) alle zwei Jahre ausschreibt.  „Mit 1.500 Euro und damit als bester Gemeindebrief 2015 in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau prämiert wird: die Tollkirche aus der evangelischen Kirchengemeinde Treis.“ Ungläubiges Staunen, dann Jubel, Umarmungen und Freudensprünge in der zweiten Reihe der Frankfurter St. Jakobskirche, wo wir Treiser saßen. Es war einfach nicht zu fassen: Wie kann es sein, dass wir als „Newcomer“ mit gerade mal vier bisher erschienenen Ausgaben und einem Redaktionsteam, das nur aus ehrenamtlichen Amateuren besteht, auf Anhieb den ersten Preis gewinnen? Natürlich hatten wir uns gefreut, zur Preisverleihung eingeladen worden zu sein und zu lesen, dass wir immerhin unter den besten 19 Gemeindebriefen EKHN-weit bewertet wurden. Doch mit diesem Erfolg hätten wir nie gerechnet, nicht einmal als bereits alle zweiten Preise und die Sonderpreise vergeben waren. Nur noch der erste Preis stand aus, doch diesen zu erhalten, schien uns so vollkommen absurd, dass wir schon darüber nachdachten, was die Jury wohl an der Tollkirche auszusetzen hatte, dass wir keinen einzigen Preis gewonnen haben. Die Auszeichnung, übergeben von Kirchenpräsident Volker Jung, hat uns erst mal sprachlos gemacht – obwohl wir das sicher nicht oft sind – und etwa zwei Tage gekostet bis die Nachricht einigermaßen verdaut war. Für das erstaunlich einstimmige Urteil der Jury war nicht nur die Tollkirche selbst, ihr „witziger Titel“, das „gelungene Layout“ oder der Inhalt ausschlaggebend. Die Tollkirche ergänze durch ihren Magazincharakter aktuelle Informationen auf Facebook, Webseite und in den Staufenberger Nachrichten um tiefergehende Reportagen, Interviews und Kommentare zu zeitlosen oder abstrakteren Themen, so Sebastian von Gehren (Stab Öffentlichkeitsarbeit der EKHN) in seiner Laudatio. Der Gemeindebrief füge sich daher in ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Öffentlichkeitsarbeit ein. Das Preisgeld soll für einen sinnvollen Zweck zur Weiterentwicklung der Öffentlichkeitsarbeit und ganz besonders der Tollkirche eingesetzt werden. Ein paar Ideen haben wir dafür auch schon, deren Folgen man möglicherweise in der nächsten Ausgabe bereits sehen können wird.

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„Ahnenforschung macht süchtig!“

Der Anstoß kam noch von Pfarrer Karl-Heinz Fischer: Neben seiner Arbeit für die Polizei beschäftigte sich Reiner Wisker schon seit langer Zeit mit Ahnenforschung und den Treiser Kirchenbüchern. Nun, fast 25 Jahre später sind die 16 Treiser Kirchenbücher ab 1658 nicht nur digitalisiert, sondern auch im Internet abrufbar. Alteingesessene Treiser können also ganz bequem von zuhause aus Ahnenforschung betreiben. Doch was brachte Reiner Wisker dazu, diesen zeit- und nervenraubenden Job zu übernehmen? Die Tollkirche war bei ihm und hat ihn zu seiner Arbeit befragt. Tollkirche: Wie bist du dazu gekommen, dich um die Treiser Kirchenbücher zu kümmern? Reiner Wisker: Anfang der 90er habe ich den damligen Pfarrer Karl-Hein Fischer angesprochen, ob ich nicht einmal in die Kirchenbücher schauen dürfte. Daraufhin sagte er mir, er gebe diese nicht gerne aus der Hand. Als er sie mir dann zeigte, hab ich das verstanden: Sie sind wirklich in keinem guten Zustand. Irgendwann suchte er dann jemand, der die Daten aus den Büchern in den Computer eingibt. Ich kannte ja inzwischen die Bücher, das bot sich also an. Mir war aber auch bewusst, dass ich mit mindestens zehn Jahren Arbeit zu rechnen hatte. Damit bin ich auch fast hingekommen. Tollkirche: Wie hast du das zeitlich hinbekommen und mit deinem Privat- und Berufsleben vereinbart?  Reiner Wisker: Ich habe vor allem abends nach der Arbeit daran gesessen, die Daten aus den Büchern in das Programm einzugeben, das mir von Pfarrer Fischer zur Verfügung gestellt worden war. Während meine Frau Fernsehen geschaut hat, habe ich mit den großformatigen Büchern den ganzen Esstisch in Beschlag genommen. Ich habe Ausdrucke von den Datenblättern aus dem Computerprogramm übereinandergelegt, ausgeschnitten und zusammengeklebt, um Bezüge zwischen Einzelpersonen und Familien herzustellen. Aber ich habe schnell gemerkt, dass ich die dafür nötige Konzentration nicht stundenlang aufbringen kann. Sobald Zahlendreher und Fehler passierten, wusste ich: Jetzt musst du aufhören. Durchschnittlich habe ich vermutlich etwa eine Stunde pro Tag daran gearbeitet. Tollkirche: Wie ist denn so ein Kirchenbuch eigentlich aufgebaut? Reiner Wisker: Jedes Buch ist unterteilt in drei Kapitel, nämlich Taufen, Hochzeiten und Bestattungen. Unsere Kirchenbücher sind bis 1774 gemeinsam für Treis und Sichertshausen geführt worden, da Sichertshausen früher zum Kirchspiel Treis gehört hat. Daher ist in den frühen Büchern jedes Ereignis zusätzlich noch mit einem T oder S gekennzeichnet, um die beiden Orte zu unterscheiden. Tollkirche: Was waren die größten Schwierigkeiten bei der Digitalisierung? Reiner Wisker: Das Computerprogramm hatte zwar eine Plausibiltätsprüfung. Zum Beispiel wurde mir als Fehler angezeigt, wenn eine über 80jährige Frau angeblich ein Kind bekommen haben soll. Die Arbeit mit dem Programm funktionierte daher ganz gut. Schwierig war aber die Namensgleichheit, die es damals überall gab. Wenn etwa Heinrich Klein drei Söhne hatte, wurden diese nach den Paten benannt, die zum Beispiel seine Brüder Philipp, Wilhelm und Ludwig Klein gewesen sein können. Da diese jeweils auch bei Kindern anderer Brüder wieder als Paten fungierten, gab es schnell drei oder vier Philipp Kleins in ein- und derselben Familie. Vor allem bei Familiennamen, die in Treis sehr häufig sind, stiftet das schnell Verwirrung. Tollkirche: Wie war denn angesichts dieser Umstände dein Vorgehen? Wie hast du dir einen Überblick verschafft? Reiner Wisker: Der Anfang war besonders schwierig. Zuerst einmal habe ich sämtliche Ehen herausgeschrieben, um dann in einem zweiten Schritt Kinder zu ihren Eltern zuordnen zu können. Mit der Zeit kann man dann immer mehr Personen miteinander verknüpfen. Als erst einmal dieser Grundstock nach ungefähr einem Jahr geschafft war, ging es ein wenig besser voran. 2002 habe ich dann das erste Treiser Familienbuch mit Einträgen von 9.000 Personen veröffentlicht, sodass ein Teil der Daten schon der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden konnte. Später kam dann der zweite Band mit 12.000 Personen heraus. Tollkirche: Wie bist du mit der altdeutschen und lateinischen Schrift zurecht gekommen?  Reiner Wisker: Für mich war das eigentlich nicht so schwer. Einige jüngere Ahnenforscher tun sich wesentlich schwerer damit. Mein Vorteil war, dass ich jedes Kirchenbuch von vorne nach hinten durchgearbeitet habe. Anfangs hat der Pfarrer immer noch sehr ordentlich geschrieben. Erst mit der Zeit wurde es immer unleserlicher. Bis dahin hatte ich aber schon genug Zeit, mich einzulesen und kam damit dann ganz gut zurecht. Natürlich änderte sich die Schrift mit den Jahren. Zuerst wurde noch lateinisch geschrieben, später dann in deutscher Schrift. Dabei hat mir sicherlich geholfen, dass ich in der Schule noch Latein und die deutsche Schrift gelernt habe. Insgesamt hatte ich mir das eigentlich schlimmer vorgestellt. Tollkirche: Wie kam es schließlich zu der Idee, die Daten ins Internet zu stellen und sie jedem zugänglich zu machen? Reiner Wisker: Ich habe letztes Jahr zufällig gesehen, dass man Familienbücher online einsehen kann und seine Vorfahren recherchieren kann. Das habe ich für praktisch empfunden und habe daraufhin Andreas Lenz angesprochen, der mir auch immer zur Seite stand, wenn es Probleme gab. Durch seinen Studienurlaub Anfang des Jahres hat sich das alles verzögert, aber nachdem auch der Kirchenvorstand seine Zustimmung gegeben hat, konnte ich Kontakt zu dem Betreiber der Plattform, dem Verein für Computergenealogie aufnehmen und schließlich die Daten hochladen. Tollkirche: Es gibt ja sicher viele Vorschriften in Datenschutzgesetzen, die beachtet werden müssen. Wie bist du damit umgegangen? Reiner Wisker: Hilfreich war sicher, dass ich als Polizist schon beruflich ein wenig in Berührung mit Datenschutz gekommen war. Das meiste Wissen darüber habe ich mir allerdings im Internet selbst angelesen. Das war recht aufwendig, weil es einfach so viele verschiedene Gesetze auf Bundes- und Landesebene sowie im Kirchenrec ht gibt. Tollkirche: Was würdest du dir wünschen, wie man in Zukunft mit den Kirchenbüchern umgeht? Reiner Wisker: Aus meiner Sicht können sie erst einmal weiterhin im Gemeindehaus aufbewahrt werden. Ich halte es für illusorisch, dass alle Kirchenbücher im Zentralarchiv der EKHN in Darmstadt gelagert werden können. Sie müssten aber vor unbefugtem Zugriff sowie vor Wasser und Feuer geschützt gelagert werden. Tollkirche: Hast du irgendeine Erklärung dafür, dass sich jüngere Leute kaum für ihre Vorfahren interessieren? Reiner Wisker: Nein, aber es trifft auch nicht auf alle zu. Für einen mir bekannten jungen Mann zum Beispiel habe ich Vorfahren aus Dänemark ermittelt.  Tollkirche: Du selbst

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